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Mag. pharm. Susanne Sommer

Erhöhten Blutzucker natürlich senken

| 4 Kommentare


Erhöhter Blutzucker führt auf mehreren Wegen zu oxidativem Stress im Körper. Ein Überschuss an freien Radikalen bzw. ein Mangel an Antioxidantien verschlimmert die Situation zusätzlich. Das führt mit der Zeit zu Schäden an den großen und kleinen Gefäßen, Organschäden und Nervenschäden. Die Folgeerkrankungen können lebensbedrohlich sein: Nierenversagen, Herzinfarkt, Schlaganfall, Erblindung, Nervenschäden, diabetischer Fuß, Amputation...

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Die Bedeutung von Magnesium und Vitamin D3:

Da Diabetiker Magnesium über die Niere verstärkt ausscheiden, besteht bei den meisten ein Magnesiummangel. Das wirkt sich auf die Insulinbindung und somit auf die Insulinwirkung negativ aus, was die Glucoseverwertbarkeit vermindert und so den Blutzuckerspiegel in die Höhe treibt. Die Funktion des Insulinrezeptors ist von Magnesium abhängig.

Weitere Auswirkungen von Magnesium-Mangel sind ein erhöhter Blutdruck, verminderte Aktivierung von Vitamin D3, sowie Störungen im Fettstoffwechsel. Durch eine optimale Versorgung mit Vitamin D3 ( mind.50 I.E./kg Körpergew.) und Magnesium (400 - 600mg) werden in vielen Fällen orale Antidiabetika wie Metformin unnötig. Ein Mangel an Vitamin D3 erhöht nicht nur die Insulinresistenz, sondern verringert auch die Insulinsekretion.


Vitamin B12:

Die Einnahme des oralen Antidiabetikums Metformin hemmt die Aufnahme von Vitamin B12 im Dünndarm. Bei gleichzeitiger Einnahme von Protonenpumpen-Hemmern ("Magenschutz") verschlimmert sich der Vitamin B12 - Mangel drastisch!


·Vitamin B12 ist wichtig für die Blutbildung
·für die Ummantelung der Nerven
·um den Homocysteinspiegel niedrig zu halten (Gefäßschutz)
·Nervenschäden durch Vitamin B12 - Mangel sind irreversibel!
·Durch Mangel an Vit.B12 => Fortschreiten einer Hirnatrophie
·die tägl. Dosis sollte mind. 100 mcg betragen, besser 500 - 1000 mcg


Vitamin B1:

·Vitamin B1 verbessert den Zuckerabbau!
·Es hemmt nerven- und gefäßschädigende Stoffwechselwege
·Es wirkt am besten als Befotiamin, das eine Vorstufe darstellt, die optimal aufgenommen und umgewandelt werden kann.
·bei Diabetikern wird die tägl. Einnahme von mind. 150 - 300 mg empfohlen


Antioxidantien:

Vitamin C:

Diabetiker haben einen erhöhten Bedarf an Antioxidantien, im allgemeinen liegt bei ihnen ein um 30 Prozent erniedrigter Vitamin C - Spiegel vor.
Vitamin C verhindert die Bildung von AGEs* und hat zusätzlich einen positiven Einfluss auf Blutdruck und Blutfettwerte. Die Tagesdosis an Vitamin C sollte mindestens 500 mg betragen.


Coenzym Q10:

Der Coenzym Q10-Spiegel fällt altersbedingt in der Bauchspeicheldrüse am stärksten ab. Die Belastung durch oxidativen Stress steigt, dies führt zu einer Schädigung der insulinproduzierenden Zellen!
Da die Einnahme von Cholesterinsenkern (Statine) den Coenzym Q10-Spiegel ebenfalls stark vermindert, werden diese Patienten anfälliger einen Diabetes mellitus zu entwickeln.

Die tägliche Einnahme von mind. 100 mg Coenzym Q10 wird empfohlen!



* AGEs (advanced glycation endproducts) und Glykation:
Exogene Glykation (ausserhalb des Körpers) erfolgt in der Regel, wenn u.a. Proteine oder Fette mit Zuckern erhitzt werden. Temperaturen über 120 °C begünstigen diesen Prozess. Das Reaktionsprodukt wird auch als Advanced Glycation Endproduct (AGE) bezeichnet.
Insbesondere durch Rauchen oder durch den häufigen Verzehr von Gebratenem und Gegrilltem können Konzentrationen erreicht werden, die vom Körper nicht mehr neutralisiert werden können, ähnlich wie dies generell im fortgeschrittenen Alter der Fall ist.
Endogene Glykation passiert im Körper, besonders im Blutkreislauf. Hierbei reagieren Zucker (Fructose, Galaktose, Glukose...) unkontrolliert mit körpereigenen Proteinen ohne Beteiligung von Enzymen. Problematisch ist hierbei die Anreicherung der AGEs über die Zeit, insbesondere bei einem erhöhten Blutzuckerwert, bei der Zellen und Gewebe geschädigt werden können.

 Bei der Glykation von Hämoglobin entsteht HbA1c. Der HbA1c-Anteil am Hämoglobin kann gemessen werden, um z. B. bei Diabetikern den durchschnittlichen Blutzuckerwert der letzten vier bis zwölf Wochen abzuschätzen.


Gesundheitliche Auswirkungen:

Höhere Konzentrationen an AGEs entstehen z. B. bei oxidativem Stress (-> Antioxidantien schützen!) oder erhöhtem Blutzucker. Sie werden unter anderem mit Diabetes mellitus, Arteriosklerose, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und einer gestörten Wundheilung in Verbindung gebracht. Manche AGEs fördern Entzündungen, sowie eine vermehrte Bildung von Blutgerinnseln. Bei Nervenzellen kann es zu einem Abbau von Myelin (= Schutzmantel der Nervenzellen) und zu Neuropathien (Missemfindungen, brennende Schmerzen, Ameisenlaufen, Taubheitsgefühl,...) kommen, z. B. bei Diabetes mellitus und Alzheimer.


Gegenmaßnahmen:


·richtige Nahrungszubereitung: schonendes Dünsten mit Wasser anstatt zu Braten, Grillen oder Backen

·typgerechte Ernährung

·auf Rauchen verzichten

·sich mit den richtigen Mikronährstoffen optimal versorgen!


Mit diesem Wissen (kurz und bündig) über den Blutzuckerstoffwechsel, Diabetes und wichtigen Mikronährstoffen in Kombination mit richtiger Ernährung kannst du viel erreichen!


Quellen:

Uwe Gröber: Orthomolekulare Medizin – Ein Leitfaden für Apotheker und Ärzte

Apotheker Wolfgang Storch: Seminar „Arzneimittel und Mikronährstoffe“


Copyright 2018 - Mag. pharm. Susanne Sommer / Datenschutz


4 Kommentare

  1. Klasse! Endlich mal jemand der weiß wovon er redet! Toller Beitrag, Dankeschön! 🙂

  2. Liebe Frau Sommer,
    wenn ich als Diabetiker nicht mehr Metformin bzw. Velmetia einnehmen möchte, muss ich dann sämtliche hier aufgeführten Vitamine bzw. Produkte einnehmen oder wie verhält sich das?
    Für eine Auskunft wäre ich Ihnen dankbar.
    MfG
    Anita

    • Liebe Anita,
      danke für Ihren Kommentar und Ihr Interesse.
      Alle im Artikel angeführten Mikronährstoffe unterstützen den Blutzucker-Stoffwechsel! Um speziell auf Sie und Ihre Situation eingehen zu können würde ich zumindest Ihre Blutzuckerwerte benötigen, sowie Alter, Gewicht und wie lange Sie schon an erhöhtem Blutzucker leiden. Wenn sie möchten, schreiben Sie mir eine persönliche E-Mail und wir klären das ab.
      Liebe Grüße, Susanne

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